Pilgerinnen in Altenstadt im Rathaus begrüßt – ein seltener Besuch
Auf ihrer Pilgerreise von Mainz nach Fulda auf der Bonifatiusroute machten die beiden Pilgerinnen Station in Altenstadt und nächtigten dort im schönen Hotel Mönchshof. Aus einem lockeren Mailaustausch mit Stefanie Quanz (Kultur/Tourismus) folgte eine Einladung ins Rathaus. Am 5.5.2026 war es dann soweit und Rita Baumhekel und Bettina Strobel erreichten bei leichtem Regenfall Altenstadt.
Die Pilgerinnen freuten sich sehr über die Einladung, denn „Einen Empfang beim Bürgermeister haben wir auf all unseren Reisen noch nicht erlebt“, berichtete Frau Baumhekel. Und von diesen Pilgerreisen aus den vergangenen fast 10 Jahren erzählte sie gerne auf unterhaltsame Art und Weise.
Bürgermeister Dominic Imhof fragte, woher die Idee des Pilgerns gekommen sei. Der Gedanke zu pilgern, um einfach abzuschalten und Ruhe zu finden, beschäftigte beide Frauen schon länger und so sei die erste 3-tägige Reise im Jahr 2017 zustande gekommen, wo sie erstmal schauen wollten, ob dies überhaupt etwas für sie sei. „Natürlich haben wir die klassischen Anfängerfehler gemacht und hatten viel zu viel Gepäck dabei, dann kamen Blasen und wunde Füße. Aber wir gaben nicht auf und pilgerten einfach weiter.“ So kam mit der Zeit der Gedanke auf, einmal auch die Route zu wandern, die nahezu jeder Pilger im Leben einmal laufen möchte - die Strecke nach Santiago de Compostela. Dieser Wunsch wurde am 09. Mai 2023 mit der Ankunft an der Kathedrale in Santiago erfüllt.
„Wie sieht denn das klassische Gepäck aus?“ wollte Quanz wissen und Baumhekel antwortete, dass so wenig wie möglich getragen werden sollte, ein 25l Rucksack mit Wechselwäsche und Verpflegung, Wanderstöcke und gutes Schuhwerk sei Pflicht.
Die aktuelle Pilgerreise auf der Bonifatiusroute begann am Samstag in Mainz und wird am Freitag in Fulda enden, auf dieser Route liegen kleinere und größere Streckenabschnitte, die es zu bewältigen gelte. „Kleinere Abschnitte legen wir meist zusammen“, so Baumhekel und so kommt es, dass die beiden 2 Tage eher in Fulda ankommen wollen, als eine zufällig auf dem Weg getroffene Männergruppe. Auf die Frage von Bürgermeister Imhof, wie lange die täglichen Strecken seien, antwortete Frau Strobel, dass sie Teilstrecken zwischen 25 und 38 km laufen würden, an diesem Tag hätten die beiden bereits 30 km hinter sich gebracht, der Start war in Karben gewesen. Nachdem sie die Stadt hinter sich gelassen hatten, freuten sie sich über Ruhe, schöne Landschaften mit Feldern und Streuobstwiesen, die unsere Wetterau ausmacht. Die Route für den nächsten Tag von Altenstadt nach Hirzenhain verläuft über das ehemalige Kloster Konradsdorf und ist 38 km lang. Imhof zeigte sich beeindruckt ob der langen Strecke und der Ausdauer, die dahinterstecke, bei jedem Wetter weiterzuwandern.
Auf die Frage von Frau Quanz, wie es mit den unterschiedlichen Pilgerunterkünften bestellt sei und wie sicher pilgern allgemein für Frauen ist, erzählten sie, dass die klassischen Pilgerunterkünfte sehr sauber seien und es auch meist Privatsphäre geben würde, so dass sie sich immer wohlfühlten. Eine Ausnahme machte einmal eine kleine Pension, die sie ohne zu duschen verlassen hätten, die aber „auch nur 8 € gekostet habe“, so die Pilgerinnen. „Auf dem Weg helfen sich Pilger aus allen Ländern gegenseitig und die Gemeinschaft ist offen und herzlich! Jeder, der einmal pilgert, wird es immer wieder tun, man wird vom Pilgern infiziert“ resümierte Frau Baumhekel abschließend.
Nach einer guten halben Stunde, einem Foto und dem Überreichen eines kleinen Wegzehrungspäckchens, ging es für die Pilgerinnen wieder in die Unterkunft und von dort noch einmal zum Kloster Engelthal zur Stempelstation, denn für die paar Kilometer mehr reicht die Energie der beiden Frauen noch locker aus und der immer noch währende leichte Regen sei ja kein Hindernis.
Mit guten Wünschen für den weiteren Weg wurden die Pilgerinnen verabschiedet.
Buen Camino!
