„O’zapft is!“ beim Senioren-Oktoberfest in Altenstadt

Zünftig ging es beim Oktoberfest für Seniorinnen und Senioren ab siebzig in der Altenstadthalle zu. Rund zweihundert Teilnehmer hatten sich für das gesellige Beisammensein mit Musik und kulinarischen Leckereien angemeldet.

 

Bürgermeister Dominic Imhof (parteilos) begrüßte die Gäste am Eingang. In der Halle war alles für einen festlichen Mittag ganz im Stil des Münchner Vorbilds bereitet: Brezelständer auf den Tischen, bayerische Tischdecken und Bedienungen im Dirndl. Für die passende Musik sorgte Thomas Richter von der Bühne aus: Kastelruther Spatzen, deutsche Schlager und Stimmungslieder. Damit musste sich die Altenstadthalle nicht hinter einem Wiesn-Festzelt verstecken.

 

Bei der ersten Getränkerunde sorgten die Kinder der Kita Lindheim und die Mini-Hexen aus Lindheim mit einer Tanzvorführung für Stimmung. Als Dankeschön gab es neben dem Applaus für alle ein Lebkuchenherz. In seiner Begrüßungsrede berichtete Imhof zunächst von seinem letzten Optikerbesuch. „Sie sind über vierzig, Sie werden alt, Sie brauchen eine Brille“, wurde ihm dort deutlich gemacht. Damit sorgte er für den ersten Lacher des Tages.

 

Er blickte kurz auf das vergangene Jahr zurück und ging auf Events wie das erste Sommerfest in der grünen Lunge, die Vereinsarbeit in Sport, Musik, Feuerwehr und Kultur sowie Entwicklungen in der Gemeinde ein. „Wir wollen die Gemeinde nicht nur verwalten, sondern gestalten“, sagte er.

 

Auch auf die aktuell aufgeladene Politik, in der vieles in Bewegung ist und Themen kontrovers diskutiert werden, ging Imhof ein. Er betonte die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung: „Als Menschen mit unterschiedlichen Meinungen, einer Menge Lebenserfahrung und vielen erlebten Geschichten dürfen wir uns immer wieder auf Augenhöhe begegnen. Denn nicht in Berlin oder in Wiesbaden, hier in Altenstadt begegnen wir uns.“

 

Wie es sich für ein Oktoberfest gehört, markierte der traditionelle Fassbieranstich den inoffiziellen Startschuss der gemeinsamen Zeit. Imhof übernahm auch das Bierverteilen. Mit dem Fass auf dem Wagen fuhr er durch die Reihen, zapfte und verteilte die vollen Gläser. Ab dann durfte ein immer wiederkehrendes „Prosit der Gemütlichkeit“ nicht fehlen.

 

Zum Mittagessen gab es passend Weißwurst und Leberkäse. Auf den Tischen standen Brezeln und Obazda. Dazu Bier vom Fass - nicht in der Maß, aber in Maßen, so das Credo. Nach der Bay’risch Creme wurden die bayerischen Schmankerl mit einem Schnäpschen abgerundet. Imhof mischte sich dabei „unters Volk“ und führte zahlreiche Gespräche.

 

Mit einem Gedicht, das zuhause bei ihr im Flur hängt, sorgte Stefanie Link für nachdenkliche Worte zum Thema Zeit. Ihr Auftritt wurde mit großem Applaus honoriert, der Respekt für ihren Mut war ihr sicher. Die Höchsterin Gerda Mankel zeigte sich ebenfalls begeistert: „Ich finde es ganz großartig, was hier angeboten wird. Und mich freut besonders, dass alle Ortsteile dabei sind. Gutes Essen, eine schöne Atmosphäre und tolle Gespräche. Ein richtig schöner Mittag hier in der Altenstadthalle.“

 

Für die Ehrungen der ältesten Seniorinnen und Senioren begab sich Imhof erneut zwischen die Tischreihen. Teilnehmer der Jahrgänge 1936 bis 1931 wurden angesprochen und geehrt. Ihnen wurde ein Blumengeschenk überreicht. Auch zwei Geburtstage standen auf der Tagesordnung. Melanie Schöning feierte am Samstag ihren 75. Geburtstag im Kreis ihrer Freunde, der „Fröhlichen Runde“, beim Altenstädter Oktoberfest. Von Bürgermeister Imhof gab es eine Umarmung und einen Blumenstrauß. Gerda Seubert hatte nicht nur Geburtstag, sondern war mit 95 Jahren auch die älteste Teilnehmerin. Neben einem Blumenstrauß wurde ihr ein Geburtstagskuchen übergeben. Die große Freude darüber war ihr anzusehen.

 

Gemeindepflegerin Vanessa Schmidt-Faust zeigte sich zufrieden: „Ich bin sehr froh, dass alles so gut geklappt hat. Den Leuten hats gefallen und die Stimmung war wunderbar. Ein schönes Fest hier heute Mittag.“ Ohne Hilfe geht das nicht. Imhof dankte den Helferinnen und Helfern für ihr ehrenamtliches Engagement am Samstag. Von Aufbau, über Bewirtung, bis Abbau unterstützten neben dem Gemeindeteam die Lindheimer Hexen ehrenamtlich. Auch hier gab es ein Lebkuchenherz als Dankeschön. Am Ende gingen alle an diesem besonderen Nachmittag zufrieden und beschwingt nach Hause und waren gespannt, unter welchem Motto das nächste Seniorenfest stattfinden wird.


Text und Bilder: Sven Schöning, Kreisanzeiger