Sinkende Wasserlieferungen und anhaltende Trockenheit verschärfen die Versorgungslage
Die Gemeinde Altenstadt ruft alle Bürgerinnen und Bürger sowie die örtlichen Unternehmen dazu auf, ihren Trinkwasserverbrauch deutlich zu reduzieren. Hintergrund sind die anhaltende Trockenheit, der deutlich gestiegene Wasserverbrauch sowie die angekündigte Reduzierung der Wasserlieferungen durch die OVAG.
Die geringen Niederschläge und anhaltenden Trockenphasen der vergangenen Wochen stellen nicht nur die Natur, sondern auch die Wasserversorgung in Altenstadt vor große Herausforderungen. Gleichzeitig ist der private und gewerbliche Wasserverbrauch aufgrund der hohen Temperaturen erheblich angestiegen. Während der tägliche Wasserverbrauch im Februar noch zwischen 1.867 und 2.211 Kubikmetern lag, wurden im April Tagesspitzenwerte von 2.626 m³ und im Juni bereits Tagesverbräuche zwischen 2.167 Kubikmetern und einem bisherigen Höchstwert von 3.282 Kubikmetern registriert.
Da die Gemeinde Altenstadt den benötigten Wasserbedarf nicht vollständig aus eigenen Quellen decken kann, wird zusätzlich Trinkwasser über die OVAG bezogen. Aktuell reicht die von der Gemeinde geförderte beziehungsweise gelieferte Wassermenge gerade noch aus, um den täglichen Bedarf zu decken.
Bereits in den vergangenen Wochen hat die Gemeinde mehrfach dazu aufgerufen, sorgsam mit Trinkwasser umzugehen, auf das Befüllen privater Pools zu verzichten und Grünflächen möglichst nicht mit Trinkwasser zu bewässern. Auch der Wetteraukreis hat aufgrund der anhaltenden Trockenheit ein Wasserentnahmeverbot für Oberflächengewässer erlassen.
Nun verschärft sich die Situation weiter. Die OVAG hat die Gemeinde darüber informiert, dass Altenstadt ab September monatlich 14.000 Kubikmeter und ab Oktober weitere 18.000 Kubikmeter weniger Wasser geliefert bekommt.
„Diese Mitteilung erfüllt uns mit großer Sorge. Legt man die aktuellen Verbrauchszahlen zugrunde, wird die künftig zur Verfügung stehende Wassermenge für die Versorgung Altenstadts nicht mehr ausreichen. Deshalb müssen wir bereits jetzt gemeinsam handeln und unseren Wasserverbrauch spürbar senken“, erklärt Bürgermeister Dominic Imhof.
Auch mögliche Niederschläge in den kommenden Wochen würden die Situation nicht kurzfristig entspannen.
„Regen hilft unserer Natur, löst aber unser aktuelles Problem nicht sofort. Bis Niederschläge das Grundwasser erreichen und damit wieder zur Trinkwasserversorgung beitragen, vergeht viel Zeit. Deshalb können wir nicht darauf hoffen, dass sich die Lage kurzfristig von selbst entspannt.“
Derzeit setzt die Gemeinde bewusst auf die freiwillige Mithilfe der Bevölkerung.
„Ich appelliere eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger sowie an unsere Unternehmen, Trinkwasser nur dort einzusetzen, wo es wirklich notwendig ist. Jeder eingesparte Liter trägt dazu bei, die Versorgung für unsere Gemeinde sicherzustellen. Unser gemeinsames Ziel muss es sein, verbindliche Einschränkungen zu vermeiden. Das können wir nur erreichen, wenn wir alle zusammen unseren Beitrag leisten.“
Sollte der Wasserverbrauch jedoch nicht ausreichend zurückgehen, müsste die Gemeinde Maßnahmen nach der Gefahrenabwehrverordnung ergreifen. Diese können unter anderem Einschränkungen oder Verbote bestimmter Nutzungen von Trinkwasser umfassen.
Die Gemeinde Altenstadt hofft, dass durch den verantwortungsvollen Umgang aller Verbraucherinnen und Verbraucher die Trinkwasserversorgung auch in den kommenden Monaten ohne verbindlich angeordnete Maßnahmen sichergestellt werden kann.
