Anja Link und Mario Feick zu Inklusionsbeauftragten in Altenstadt bestellt

Inklusion ist ein großer Begriff. Das sieht auch die Gemeinde Altenstadt so. Hier hatte man zu Beginn des Jahres die Funktion eines Inklusionsbeauftragten mit bis zu zwei Stellvertretern neu ausgeschrieben. Diese haben die Aufgabe, die Interessen von Menschen mit Behinderungen in allen Lebensbereichen zu vertreten und die Inklusion in der Gemeinde weiter zu stärken.

Auf die öffentliche Ausschreibung hatten sich zwei Bewerber gemeldet. Anja Link aus Höchst und Mario Feick aus Altenstadt. In einem Gespräch mit Bürgermeister Dominic Imhof (parteilos) und der Fachdienstleitung Soziales hatten sich beide Bewerber vorgestellt und ihre Fähigkeiten und Intensionen dargelegt, die sie mit den Aufgaben eines Inklusionsbeauftragten verbinden.

Anja Link hat selbst eine Schwerbehinderung. Hier hat sie Hilfe von ihrem Arbeitgeber erfahren. Diese Unterstützung hat ihr sehr geholfen. „Menschen mit Behinderung gehören zur Gesellschaft. Sie sollten jede mögliche Unterstützung bekommen. Und wir müssen ihnen Mut zusprechen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.“ In diesem Zusammenhang nennt sie neben dem allgemeinen gesellschaftlichen Leben auch die Vereine in der Gemeinde.

Mario Feick hat ebenfalls einen persönlichen Bezug zum Thema Inklusion. „In der Familie meines Bruders gibt es ein, heute erwachsenes, schwerbehindertes Kind.“ Auch beruflich ist er dem Thema verbunden. Der gelernte Polizist ist auf seiner Dienststelle für das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) zuständig. Dabei geht es um die Integration von Mitarbeitern, die aus einer Krankheit, einem Unfall oder einer längeren Abwesenheit zurück an den Arbeitsplatz kommen. Hier arbeitet er eng mit der dortigen Schwerbehindertenvertretung zusammen.

„Inklusion bedeutet, dass alle Menschen gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Mit der Besetzung dieser wichtigen Funktion wollen wir die Belange von Menschen mit Behinderungen noch stärker in den Blick nehmen und Altenstadt weiter inklusiv gestalten“, betonte Bürgermeister Imhof.

Die Fußstapfen, in die die beiden treten sind groß. Über zwanzig Jahre hatte Richard Klein das Amt als Behindertenbeauftragter inne. Beim diesjährigen Neujahrsempfang wurde der Höchster von Bürgermeister Imhof für sein jahrzehntelanges, unermüdliches Engagement geehrt und offiziell verabschiedet. „Sie waren über viele Jahre hinweg ein wichtiger Anker für zahlreiche Menschen in unserer Gemeinde. Ihr Wirken hat Spuren hinterlassen - menschlich wie gesellschaftlich.“, so Imhof damals.

Anja Link und Mario Feick werden sich die Aufgaben des Inklusionsbeauftragten teilen. Beide möchten sich als Team verstehen, sich gegenseitig mit ihren Fähigkeiten und Erfahrungen vertreten, unterstützen und ergänzen. Aus diesem Grund wurde die Satzung dahingehend erweitert, dass auch ein Team die Aufgaben eines Inklusionsbeauftragten übernehmen kann. Für ihre Aufgaben sind sie für die nächsten vier Jahre bestellt.

Ihre Arbeit ist unabhängig von politischen Weisungen und bringt die Belange von Menschen mit Behinderungen u.a. in den Bereichen barrierefreies Bauen, Bildung, Verkehr, Kultur, Sport und Freizeit ein. Der Abbau von Kommunikationsbarrieren gehört ebenso zu ihren Aufgaben wie die Zusammenarbeit mit Vereinen und Hilfsorganisationen. In einer monatlichen Sprechstunde stehen sie beratend für Bürgerinnen und Bürger zur Verfügung. Einmal jährlich soll der Gemeindevertretung über ihre Tätigkeit und die Situation von Menschen mit Behinderungen in Altenstadt berichtet werden.

Werner Zientz (CDU), Erster Beigeordneter im Gemeindevorstand, benannte das Amt als ein wichtiges Signal nach außen und nannte einen weiteren Aspekt, den dieses Amt mit sich bringt. „Es richtet sich auch an Nicht-Behinderte. Hier geht es um Verständnis für Menschen mit Behinderung. Das können neben körperlichen Einschränkungen auch psychische Erkrankungen sein, die man auf den ersten Blick nicht sieht.“ 

„Beim Seniorentreff am 8. September werden die beiden noch einmal diesem Kreis vorgestellt“, berichtet Regina Schröder, Fachdienstleitung für Soziales und Kultur. Die regelmäßige Sprechstunde wird es am ersten Montag des Monats geben. Von 16-18 Uhr können die Inklusionsbeauftragten im Sitzungssaal des Rathauses konsultiert werden. Terminvereinbarung und Informationen zunächst über Regina Schröder, Tel. 06047/800080 oder per E-Mail an schroeder@altenstadt.de.

Artikel & Foto: Sven Schöning