Seit Anfang des Monats ist Vanessa Schmidt-Faust in Altenstadt und Limeshain als Gemeindepflegerin tätig. Als Pflegefachkraft mit langjähriger Berufserfahrung im Pflege- und Gesundheitswesen ist es für sie eine Herzensangelegenheit, Menschen in herausfordernden Lebenssituationen zu begleiten und ihnen Sicherheit zu geben, erklärte sie im Gespräch mit den Bürgermeistern von Altenstadt und Limeshain, Dominic Imhof und Adolf Ludwig.
Beide Rathauschefs betonten den Bedarf einer Gemeindepflegerin in ihren Gemeinden. Rund 20 Prozent der Einwohner in Limeshain seien über 65 Jahre alt, sagte Ludwig. Und auch in Altenstadt zeige sich eine ähnliche Quote. Das heißt noch nicht, dass jeder Hilfe braucht, so die Bürgermeister. Aber es sei ein Indikator und im Alter und bei gesundheitlichen Veränderungen entstünden viele Fragen. Deshalb sei es durchaus wichtig, sich präventiv über Möglichkeiten der Hilfe zu informieren, waren sie sich mit der neuen Gemeindepflegerin einig. Vanessa Schmidt-Faust berät zu Themen rund um Pflege, Unterstützungsangeboten und Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige. Sie hilft bei der Antragsstellung zu sozialen, gesundheitlichen und pflegerischen Leistungen sowie bei der Vermittlung von Hilfsangeboten. Die Beratung mit den betroffenen Menschen ist vertraulich, kann mit den Angehörigen erfolgen und ist vor allem kostenfrei.
Neben einer möglichen vorbeugenden Beratung besteht ihre Aufgabe darin, Menschen zu unterstützen, möglichst lange ein selbstständiges Leben führen zu können. Sie hofft außerdem, der Einsamkeit, von der ältere Menschen betroffen sein können, vorzubeugen und entgegenzuwirken. Im Zusammenhang mit ihren Besuchen könne sie mögliche psychosoziale Problemlagen aufdecken und Zugang zu bedarfsgerechten Hilfen ermöglichen, sagt die neue Gemeindepflegerin.
Bei Erstbesuchen gehe es zunächst um die Einschätzung der Alltagskompetenzen und den emotionalen Zustand der Bürgerinnen und Bürger. Außerdem werden die Menschen zu ihrer häuslichen, sozialen und finanziellen Lage befragt, und ob bereits Hilfs- und Unterstützungsleistungen wie Pflegedienste oder Essen auf Rädern in Anspruch genommen werden. Aus diesen Gesprächen werde gemeinsam mit den Betroffenen ein individueller Plan mit Unterstützungsangeboten erstellt samt Kontakten zu entsprechenden Ämtern, Anbietern und Dienstleistern. Vorrang habe die Hilfe zur Selbsthilfe mit ihrer Begleitung, betont Vanessa Schmidt-Faust.
Die Gemeinde Altenstadt hatte federführend die Antragstellung für einen Gemeindepfleger oder eine Gemeindepflegerin übernommen. Ein Jahr lang habe man auf den Förderbescheid gewartet, im September sei die Zusage gekommen und man habe die Stelle ausschreiben können, berichtete Imhof. Die ist im Fachbereich Soziale Angelegenheiten bei der Gemeinde Altenstadt angegliedert und für beide Gemeinden zuständig. Gefördert wird die Stelle hinsichtlich der Personalkosten vom Wetteraukreis und dem Hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege. Die Kommunen tragen die Sachkosten. Die Aufteilung der Stelle in zwei Drittel für Altenstadt und ein Drittel für Limeshain wurde anhand der Einwohnerzahl beider Kommunen festgemacht. Die Gemeindepflegerin bleibe in ihrer Arbeit aber flexibel. Jetzt gelte es, Vanessa Schmidt-Faust in beiden Gemeinden bekannt zu machen, unter anderem durch deren Besuche in Seniorenclubs, dem Babbelcafé und dem Dorfcafé in Limeshain. Zu erreichen ist sie per email unter gemeindepflegerin@altenstadt.de oder schmidt-faust@altenstadt.de und telefonisch unter 06047/8000-42 oder 0159 01329046.
Bild: Altenstadts Bürgermeister Dominic Imhof (links) und sein Limeshainer Amtskollege Adolf Ludwig begrüßen zusammen mit Regina Schröder vom Fachdienst Kultur und Soziales in der Altenstädter Verwaltung (rechts) die Gemeindepflegerin Vanessa Schmidt-Faust (2.v.l.).
