U3-Betreuung in Altenstadt - Tagespflege und Kita-Betreuung stellen keine Konkurrenz dar

Zu diesem Thema führte der Kreis-Anzeiger mit Susanne Blei von der Gemeindeverwaltung Altenstadt, folgendes Interview:

Altenstadt setzt für Kleinkinder auf Betreuung in familienähnlichem Umfeld

ALTENSTADT - (asl). Die Kinderbetreuung ist in der Gemeinde Altenstadt vielseitig aufgestellt. Neben den kommunalen Einrichtungen gibt es einen Waldkindergarten in Elterninitiative, eine private Kinderkrippe sowie Tagesmütter und -väter. Gerade die Betreuung von Kindern unter drei Jahren erfährt mittlerweile eine große Nachfrage, und Altenstadt bemüht sich, die Betreuung durch Tagesmütter und -väter bekannter zu machen und weitere Frauen und Männer zu finden, die Spaß an dieser Arbeit mit Kindern haben. Der Kreis-Anzeiger sprach mit Susanne Blei, Koordinatorin der Kindertagespflege in der Verwaltung, weshalb sich die Gemeinde dafür verstärkt einsetzt.

Wie viele Kinder unter drei Jahren werden derzeit in den kommunalen Einrichtungen betreut?

In unseren kommunalen Einrichtungen können 47 Kleinkinder betreut werden. In Altenstadt gibt es zwölf, in der Waldsiedlung fünf, in Höchst, Oberau und Lindheim jeweils zehn Plätze. Die Belegung der Krippenplätze ist in ständigem Fluss. Da die Kinder mit Vollendung des dritten Lebensjahres in die Kitagruppen wechseln, sind immer wieder Plätze für die nächsten Krippenkinder frei. Nicht zu vergessen die private Kinderkrippe "Wirbelwind" in Höchst, wo derzeit 24 Kleinkinder betreut werden.

Wie viele Tagesmütter und -väter gibt es in der Gemeinde und wie viele Plätze für Kinder unter drei Jahren werden in diesem Rahmen angeboten?

In der Großgemeinde Altenstadt sind zurzeit neun Tagespflegepersonen tätig. Zwei weitere möchten Anfang nächsten Jahres an den Start gehen. In diesem Segment können momentan mindestens 44 Kleinkinder betreut werden.

Weshalb möchte die Gemeinde das Angebot in der Kindertagespflege forcieren? Hat das finanzielle oder pädagogische Gründe?

Die Gemeinde unterstützt die Tagespflege, weil wir der Meinung sind, dass Kleinstkinder im Alter von einem bis drei Jahren oder jünger in einer familienähnlichen Situation betreut werden sollten. Der Übergang von zuhause in eine "Fremd"-Betreuung ist für die Mehrzahl der Kinder hier entspannter als in einer großen Einrichtung. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die Kindertagespflege zu fördern. So übernehmen wir die allgemeine Öffentlichkeitsarbeit und unterstützen die Altenstädter Tagesmütter und Tagesväter finanziell mit einem Euro pro Stunde für die Betreuung eines in Altenstadt lebenden Kindes.

Sind Tagesmütter und -väter nicht eine Konkurrenz für die kommunalen Kindergärten?

Nein, eben nicht. Die private Kindertagespflege ist keine Konkurrenz für unsere Kitas, sondern sie ist ein wichtiger Teil unseres breiten Angebotes. Dieses Angebot werden wir weiter ausbauen. Die Plätze der Tagespflege in Altenstadt sind Bestandteil unseres kommunalen Bedarfsplanes. Das ist möglich, weil alle Tagesmütter und Tagesväter die Qualitätsstandards erfüllen. Dazu zählen eine Pflegeerlaubnis des Jugendamts und Nachweise über Aus- und Fortbildung (siehe Infokasten). Wir möchten, dass die Eltern zwischen verschiedenen Angeboten wählen können. Noch ist unser Ziel nicht erreicht, aber wir sind auf einem guten Weg

Welche Vorteile hat die private Kindertagespflege aus Ihrer Sicht denn gegenüber den kommunalen Kindertagesstätten?

Eine Tagespflegeperson ist in puncto Betreuungszeiten flexibel. Sie kann sich auf die Arbeitszeiten der Eltern einstellen, wenn diese beispielsweise im Schichtbetrieb oder am Wochenende in der Gastronomie oder in der Pflege ihr Geld verdienen. Deshalb sind Tagespflegepersonen auch keine Konkurrenz zu dem Angebot der Kitas, sondern eine Ergänzung.

Seit wann gibt es eigentlich Tagesmütter und -väter in der Gemeinde Altenstadt? Welche Erfahrungen haben Sie als Ansprechpartnerin mit ihnen gemacht?

Tagesmütter gibt es schon seit 21 Jahren in Altenstadt. Die Erfahrungen mit den Tagespflegepersonen möchte ich als durchweg positiv bezeichnen. Wir tauschen uns regelmäßig zielführend aus und pflegen einen freundschaftlichen Umgang.


Text: Kreis-Anzeiger vom 18.07.2018
Bilder: A. Schinzel