Forstamt Nidda informiert zum Thema Brennholz - es muss nicht immer Buche sein

Klima schonend und preiswert Heizen mit Holz aus Hessens Wäldern. Heizen mit Holz ist nach wie vor eine günstige und das Klima schonende Alternative zu Öl und Gas. Mit dem Beginn der Holzeinschlagsaison kann beim örtlichen Förster wieder Brennholz bestellt werden. Wer Lust und Zeit hat, kann sein Holz auch in Eigenleistung aus dem Wald holen. Wer zusätzlich Geld sparen will, erwirbt in dieser Saison Holz von Eiche, Esche, Bergahorn oder Birke zu günstigeren Preisen als Buchenholz, obwohl diese Baumarten ähnlich viel oder sogar mehr Energie je Raummeter liefern als Buchenholz (siehe Tab.1).  

Auch Nadelholz wird angeboten. Es stellt insbesondere zum Anheizen eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zu den Laubhölzern dar.

„Es bestehen weiterhin zwei Möglichkeiten, in den Besitz von Brennholz zu kommen“ sagt Förster Jürgen Krause vom Forstamt Nidda.Zum einen kann man sein Brennholz durch Aufarbeitung von Kronenholz selbst gewinnen. Die andere Möglichkeit besteht im Kauf von fertig aufgearbeitetem Rundholz an der geschotterten Waldstraße, welches dort vom Brennholzkunden aufgesägt, gespalten und anschließend nach Hause gefahren wird.

Bei beiden Verfahren ist allerdings Voraussetzung, dass der Brennholzkunde über den Nachweis eines erfolgreich bestandenen Motorsägenlehrgangs verfügt. Der Lehrgang vermittelt die nötigen Spezialkenntnisse und macht auf die vorhandenen Unfallgefahren aufmerksam. Das Forstamt Nidda ist gern bereit, potentiellen Interessenten Ansprechpartner für von Hessen-Forst zertifizierte Lehrgänge zu vermitteln.   

Brennholz günstiger als Heizöl 

„Reizvoll an den beschriebene Formen des Brennholzerwerbs sind die im Vergleich zu Öl und Gas günstigen Preise“, sagt der Bereichsleiter „Forstliche Produktion“ des Forstamtes Nidda, Herr Werner Schaaf. In der Kalkulation entspricht der Heizwert von 5,6 Raummeter (entspricht 4 Festmetern bzw. m³) trockenem Buchenholz dem von 1.000 Litern Heizöl. Vergleicht man nun die Preise zwischen den Energieträgern Öl und Holz, so stehen rund 680 € für 1.000 Liter Öl den Kosten von rd. 150 € für 5,6 Raummeter selbst aufgearbeitetes Buchenholz (rd.120 € für Eiche oder Esche) gegenüber. Für 4 Festmeter an der Waldstraße gelagertem Buchenrundholz sind lediglich rd. 225 € (195 € für Birke oder Kirsche) zu entrichten.In der nachfolgenden Tabelle 1 werden die Unterschiede der Holzarten im Vergleich zu Heizöl verdeutlicht.

Baumart
kWh / Rm (W = 15%)
Relation zu Buche
Preise/Rm (SW) in €
Preise in ct je KWh
Preise in € je l Heizöl
Hainbuche
2100
1,10
22.-
1,0
0,10
Eiche
1951
1,02
22.-
1,1
0,11
Esche
1927
1,01
22.-
1,1
0,11
Buche
1906
1
26.-
1,4
0,14
Birke
1810
0,95
18.-
1,0
0,10
Ahorn
1784
0,94
22.-
1,2
0,12
Lärche
1733
0,91
16.-
0,9
0,09
Kiefer
1533
0,80
16.-
1,0
0,10
Douglasie
1467
0,77
16.-
1,1
0,11
Erle
1400
0,73
18.-
1,3
0,13
Weißtanne
1370
0,72
 
 
 
Fichte
1348
0,71
18.-
1,3
0,13
Pappel
1206
0,63
18.-
1,5
0,15
Heizöl
1906
1,00
127,70
6,7
0,67

Von dem deutlichen Kostenvorteil des Holzes von 530 € bzw. 455 € pro 1.000 Liter-Äquivalent müssen allerdings noch die Arbeitskosten des Käufers für das Sägen und Spalten sowie den Holztransport abgezogen werden. Diese Tätigkeiten werden aber erfahrungsgemäß von vielen Menschen mit ansonsten bewegungsarmen Arbeitsbedingungen meist als eine willkommene Freizeitgestaltung wahrgenommen. Daher dürfte die Entscheidung deutlich zugunsten der Holzenergie-Variante ausgehen“, so die Aussage des Forstmannes.  

Bioenergie aus Holz  

„Das Heizen mit Holz ist auch aus energiewissenschaftlicher Sicht eine sehr ökonomische und zugleich ökologische Art der Energiegewinnung“, betont Rupert Hoeppe, Forstlicher Bioenergieberater für den Wetteraukreis und die Stadt Frankfurt. Nach seinen Angaben ist das Heizen mit dem ohnehin bei der Holzverarbeitung anfallenden Kronenholz eine umweltverträgliche Lösung. So wird beim Verbrennen von Holz nur das Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, welches zuvor während des Baumwachstums aus der Luft gebunden wurde. Von großer Bedeutung ist daher, dass nachwachsende Bäume diese Aufgabe weiterhin übernehmen, um den Kreislauf zu schließen. Daher darf grundsätzlich nicht mehr Holz geschlagen werden als nachwächst.

Durch regionale Verfügbarkeit und damit verbundene kurze Transportwege liegen die CO2-Emissionen je 1.000 KWH Energie bei Scheitholz bei nur 9 kg und bei Heizöl bei 342 Kg (Erdgas 228 kg)!

Heizen sei allerdings nicht gleich Heizen. Vielmehr sei das „Wie“ außerordentlich entscheidend. Vor allem müsse das Holz trocken und die Heizung auf dem neusten Stand sein. Und auch bei der Art der Befeuerung müsse darauf geachtet werden, wie der Heizofen angefeuert und Holzscheite zügig nachgelegt werden. Schließlich sei entscheidend, bei welcher Luftregulation das Holz optimal verbrenne. Dazu geben auch die hessenweit tätigen Bioenergieberater von Hessen-Forst gerne Auskunft.  

Informationen zum Brennholz und zu den Motorsägenlehrgängen erhalten Sie über das Forstamt in Nidda, Telefon 06043/9657-0. Bestellungen werden von allen Revierförstereien entgegen genommen oder über: www.hessen-forst.de (Startseite links im Dropdown: Forstamt Nidda auswählen). Hinweise für die Redaktion: Für weitere Informationen steht Ihnen Herr Rupert Hoeppe, Tel 06043/ 965726, Handy: 0175 - 5726 803,gern zur Verfügung.  Tabelle 2: 

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