Erosionsschutz in Altenstadt

Erosion – die Abschwemmung von Boden – ist ein Thema, welches nicht nur Landwirt*innen betrifft. Jede*r hat es schon einmal gesehen, nach einem stärkeren Regen fließt braunes Wasser die Straße hinunter und verdreckt Gehwege oder schlimmer noch, flutet Keller. Doch woran liegt das und was kann man dagegen tun?

Am Samstag den 30.10.2021 fand eine Informationsveranstaltung der Gemeinde Altenstadt mit Dr. Daniel Steckenmesser vom Ingenieurbüro Schnittstelle Boden an einer erosionsgefährdeten Fläche in Altenstadt zu diesem Thema statt.

Der Klimawandel sorgt für eine Zunahme von Extremwetterereignissen, was in den letzten Jahren auch in Deutschland deutlich zu spüren ist. So nehmen zum Beispiel Starkniederschläge zu, bei denen in 10 Minuten 4 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Das ist sehr viel Wasser, welches der Boden in kürzester Zeit aufnehmen muss. Die Böden in Altenstadt, aber auch in weiten Teilen der Wetterau, befinden sich größtenteils in einem guten Kulturzustand. Das heißt, sie haben unter anderem ein gutes Bodenleben (z.B. Regenwürmer) und weisen nur wenige Verdichtungen auf. Trotz des guten Zustandes unserer Böden, können sich geneigte Flächen bei solchen Regenmengen ohne eine schützende Pflanzenschicht nicht gegen Erosion wehren. Gerade Ackerkulturen mit einem hohen Reihenabstand wie Zuckerrüben oder Mais bedecken den Boden erst kurz vor dem Sommer. Starkniederschläge treten aber verhältnismäßig oft im Frühling oder Frühsommer auf, wo die Pflanzen den Boden noch nicht ganz bedecken. Landwirt*innen müssen auf geneigten Flächen in diesem Zeitfenster spezielle Maßnahmen ergreifen, um Erosion zu reduzieren oder zu verhindern. Für sie bedeutet Erosion auch Verlust an fruchtbarem Boden und damit Verlust der Bewirtschaftungsgrundlage. Um Erosion wirksam entgegenzutreten, hat sich der Anbau von Erosionsschutzstreifen entlang von Höhenlinien bewehrt (siehe Beispielfoto). Sie verhindern, dass sich das Regenwasser auf der Fläche bündeln und so Schaden anrichten kann. Ein guter Erosionsschutzstreifen muss vor der eigentlichen Kultur, meist Anfang März etabliert werden und besteht aus Pflanzen die einen schnellen dichten Bewuchs schaffen, wie z.B. Wintergerste. Für Landwirt*innen bedeutet diese Maßnahme einen höheren Arbeitsaufwand, zudem fällt die Ernte auf den betroffenen Teilflächen meist komplett aus. Sie schützen damit aber nicht nur ihren Boden, sondern auch angrenzende Siedlungen.
In Altenstadt wurde das Erosionsschutzprojekt bereits 2008 nach Starkregenereignissen etabliert.

Im kommenden Jahr soll wieder eine Besichtigung der Erosionsschutzmaßnahmen in Altenstadt stattfinden, wo alle Interessierten die Möglichkeit haben, sich zu informieren und Fragen an die Praktiker*innen zu stellen.