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Kultur, Freizeit und Sport

Kaum eine Woche, in der nichts los ist...

Wie kommt’s, dass es in Altenstadt allein unter der Rubrik „Kultur, Musik und Gesang“ nicht weniger als 14 Vereine mit weit mehr als 1200 Mitgliedern gibt? Auch sonst haben sich alle möglichen Interessengruppen vereinsmäßig organisiert, von Squash und Golf bis Tanzen, Angeln und Reiten, von Judo und Karate bis Schach, Schießsport, Jagdhornblasen und Ballonfahren... an die 80 Vereine sind es insgesamt!

Das mag zum Teil historisch begründet sein, denn die heutige Großgemeinde entstand aus 8 einst selbständigen Ortschaften mit jeweils eigenen Vereinen, ist aber mit Sicherheit auch den vorbildlichen Gemeinschaftseinrichtungen zu verdanken: Fast alle Ortsteile verfügen über Bürgerhäuser, Versammlungsstätten oder Mehrzweckhallen, in denen sich das heimische Vereins- und Kulturleben nach Herzenslust entfalten kann.

Was Wunder, dass der Veranstaltungskalender der Gemeinde praktisch jede Woche gleich mehrere Termine auflistet. Kirchweih beispielsweise wird hier nicht bloß einmal gefeiert - sowohl Lindheim, Heegheim und Rodenbach als auch Oberau und Höchst haben ihre eigene Kerb, hinzu kommt das Waldfest in der Waldsiedlung.

Auch der weithin bekannte Altenstädter Weihnachtsmarkt wird durch lokale Weihnachtsmärkte (Lindheim / Heegheim / Höchst) ergänzt. Alljährlich zur Baumblüte findet das Rodenbacher Blütenfest & Altenstädter Frühlingsfest statt, alle zwei Jahre das Altenstadtfest in den malerischen Gassen und Straßen des historischen Ortskerns. Dieses große Straßenfest, an dem sich ausschließlich heimische Vereine, Gruppen und Privatpersonen beteiligen, hat sich im Laufe der Zeit zum größten Volksfest in Hessen entwickelt, das ganz ohne kommerzielle Aussteller auskommt. Der örtliche Gewerbeverein wiederum veranstaltet alle zwei Jahre den Altenstädter Herbstmarkt in der Altenstadthalle. Sie ist im jährlichen Wechsel außerdem Schauplatz zweier überregionaler Ausstellungen, nämlich Hobby in Hessen und Welt der Schönen Künste, immerhin der größte Kunstmarkt in der Wetterau.

Seit ein privater Veranstalter vor einigen Jahren ein früheres Kino zum Tanz- und Kulturzentrum Altes Kino („TaKuZAK“) umwandelte, hat Altenstadt eine permanente Kleinkunstbühne, die neben Kabarett und Theater am laufenden Band allerlei musikalische Schmankerln zwischen Jazz, Pop, Chanson und Folklore präsentiert.

Kein Monat vergeht, in dem nicht die rührige Altenstädter Gesellschaft für Geschichte und Kultur zu Vorträgen, Kunstfahrten oder einer längeren Studienreise einlädt, immer in Begleitung kompetenter Historiker, versteht sich.

Besonders aber hat sich der 1995 gegründete Kulturring Altenstadt um das kulturelle Angebot der Gemeinde verdient gemacht. Sein vierteljährlicher Veranstaltungskalender, der in einer Auflage von 3000 Exemplaren im weiten Umkreis verteilt wird, verzeichnet einschlägige Events der örtlichen Vereine, Kirchen und Institutionen sowie die zahlreichen Veranstaltungen, die der Kulturring in eigener Regie organisiert. Das können heimatkundliche Lichtbildervorträge sein oder Folkloreabende, Autorenlesungen oder Theateraufführungen, vor allem aber sind es Konzertabende mit namhaften Ensembles und Chören, die - von Bachs h-moll Messe bis zum Deutschen Requiem von Brahms - oft im Kloster Engelthal stattfinden.

Diese in einem stillen Seitental vor den Toren Altenstadts gelegene Benediktinerinnenabtei (www.abtei-kloster-engelthal.de) bietet auch den stilvollen Rahmen für die Engelthaler Sommerserenaden, ein kleines aber feines Klassikfestival, das alljährlich Besucher von weither anzieht. Sozusagen Orchester in residence ist das Münchner Barockorchester „L’arpa festante“, eins der traditionsreichsten Ensembles für Alte Musik, dem übrigens etliche in Altenstadt und Umgebung ansässige Musiker angehören.

Ein Altenstädter Klangkünstler besonderer Art ist Frank Köstler, Experte für afrikanische Perkussion und archaische Musikinstrumente, der in seiner Klangwerkstatt Altenstadt (www.vividsound.de) diverse Kurse und Workshops anbietet, sofern er mit seinen Musikgruppen nicht irgendwo auswärts gastiert.

Gerd Schaubach wiederum, durch seine Musikschulen bis in den Main-Kinzig-Kreis bekannt, hat sich als Spezialist für Caféhausmusik einen Namen gemacht und schon in aller Welt gespielt.

Die Riege der Bildenden Künstler vor Ort wird von Brigitte van Loh-Wenzel angeführt, eine überaus kreative Kunstmalerin (www.malen-kreativ.de), die sich mit besonderer Liebe dem spielerischen Malunterricht für Kinder verschrieben und schon ein rundes Dutzend Mal-Bücher veröffentlicht hat. Im Ortsteil Höchst wohnt das Künstler-Ehepaar Eva und Willem Heer, das u.a. mit unkonventionellen Kunstaktionen bei Großveranstaltungen und Riesenplastiken für öffentliche Gebäude Aufsehen erregte und von dem auch der „Netzwerk“-Titel für den Terminkalender des Kulturrings Altenstadt stammt.

Und in Lindheim ist gar ein malender Landwirt namens (nomen est omen!) Carl Pinsel zu Hause, der künstlerisch vielseitig aktiv ist und auf seinem „Pinselhof“ (www.pinselhof.de) bisweilen zu rustikalen Vernissagen lädt.

Besonders stolz kann Altenstadt auf seinen Fanfaren- und Spielmannszug (www.fsz-altenstadt.de) sein, der soeben sein 75jähriges Jubiläum feierte. Das mehr als ein halbes Hundert prächtig uniformierter Spielleute (die Hälfte Kinder und Jugendliche!) war mehrmals Deutscher Meister, gewann den Deutschlandpokal und eine Silbermedaille bei der Welt-Musik-Olympiade und hat schon Menschen in halb Europa begeistert. Selbstverständlich tritt das gefeierte Musik-Korps bei besonderen Anlässen auch in seinem Heimatort auf und verleiht so mancher Altenstädter Veranstaltung zusätzlichen Glanz.

Wie man sieht: Zwecks „Erlebniskultur“ muss man nicht nach Frankfurt fahren, man findet sie auch direkt vor der Haustür...

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